Rezept gegen Verkehrschaos: Nachtlogistik?!

Mit diesem Thema beschäftigt sich ein Beitrag im Online- Themenportal der Wiehler BPW Bergische Achsen Kommanditgesellschaft für den auch Ulrich Nolte, Geschäftsführer der GO! Express & Logistics (Deutschland) GmbH, interviewt wurde.

Würden Waren auf leisen Rädern in der Nacht zugestellt, könnte das den Verkehr in den überfüllten Innenstädten deutlich entlasten: In den dunklen Stunden könnten die Lkw nahezu unbemerkt auf leeren Straßen fahren, am Tag entstünden weniger Staus und Emissionen. Eine scheinbar perfekte Lösung also – doch bisher wird Nachtlogistik selten umgesetzt.

Doch wie genau könnte das nach Meinung von Logistikexperten aussehen?

Die Möglichkeit einer Belieferung in anderen Zeitfenstern wünscht sich Nolte hier. Gemeinsam mit gewerblichen Empfangskunden in der Stadt müssten Zustellzeiten in den frühen Morgenstunden oder auch am späten Abend möglich gemacht werden, erklärt er: „Das würde nicht automatisch zu weniger Verkehrsaufkommen führen, aber zu einer Entzerrung des Straßenverkehrs und damit zu weniger Staus und Emissionen.“

Eine weitere Lösung könnten seiner Meinung nach Ablegestellen für Paketsendungen sein – oder auch Kooperationen: „In einer Handelsstraße mit vielen kleineren Geschäften könnte man sich nachbarschaftlich zusammentun und beispielsweise Dienste verteilen – dann übernimmt etwa jeder Laden für eine Woche die Empfangsbereitschaft. Solche oder ähnliche Konzepte gibt es noch nicht, aber man kann sie leicht entwickeln. Dazu müssen nur die Empfänger ihre bisherigen Gewohnheiten infrage stellen beziehungsweise teilweise aufgeben, um Teil der Lösung zu werden.“

Selbstverständlich sei der Kunde nicht alleine für das Thema verantwortlich, betont Nolte. Die Kommunen müssten auch die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. „Wir sind natürlich als flächendeckende Organisation an vielen Orten mit ihnen im Gespräch und reden auch mit unseren Kunden über alternative Konzepte.“ Nolte ist überzeugt: „Es gibt nicht die eine Lösung nach dem Motto ‚One size fits all‘. Die Interessenlagen der einzelnen Städte sind auch unterschiedlich. Aber man spürt, dass Bewegung in dem Thema ist.“ Denn jeder sehe täglich, wie voll die Straßen jetzt schon sind. „Die Flächen im städtischen Bereich sind knapp. Jedes Wirtschaftsunternehmen, das knappe Ressourcen hat, fragt sich, wie es sie besser und sinnvoller auslasten kann“, fasst der Geschäftsführer zusammen. „Nachtlogistik wäre hier ein wirksames Instrument.“

Zu lesen ist der gesamte Beitrag mit weiteren interessanten Statements der REWE Group und des Handelsverbands Deutschland (HDE) zum Thema Nachtlogistik unter https://motionist.com/abgaslos-durch-die-nacht/.